Mädchenmeisterschaften U10-U18 News

Start der BMEM auf Burg Wernfels – Ein Jubiläum wird gefeiert!

Zum zehnten Mal (seit 2015) findet die Bayerische Mädchen Einzelmeisterschaft kurz BMEM auf Burg Wernfels in Mittelfranken statt. OK, seit 2015 und 10x? Wie geht das zusammen? Ganz einfach: 2020 fand coronabedingt keine bayerische Meisterschaft statt und 2021 waren die Mädchenwettbewerbe ebenfalls wegen Corona in zwei Durchgängen am „Jungs-Standort“ in Bad Kissingen zu Gast.

Der Vorsitzende der Mittelfränkischen Schachjugend, Daniel Häckler, nahm dieses Jubiläum zum Anlass in seiner Eröffnungsrede bei den Spielerinnen abzufragen, wer denn schon wie oft teilgenommen hat. Diejenige mit den meisten Teilnahmen war Lin Englert. Ganze 7x ist sie schon dabei gewesen.

Insgesamt brachte die Blitzumfrage per Handzeichen viele alte Hasen mit 4 oder mehr Teilnahmen zu Tage, aber auch ein gutes Dutzend Neulinge, die das erste Mal die besondere Atmosphäre auf der Burg genießen.

Wobei man sagen muss … kurz glaubte man nicht mehr am richtigen Ort zu sein. Der wunderbar sonnige Sportplatz unterhalb der inneren Burgmauer, beständiger Treffpunkt von Eltern und sonstigen Zuschauern ist nun überdacht, wobei überdacht vielleicht nicht der richtige Ausdruck ist. Monströse Stahlpfeiler ragen in den Himmel. Es ist noch alles im Bau und noch kann man nicht erkennen, was diesen Ort vielleicht in Zukunft ausmacht. Da müssen wir wohl auf nächstes Jahr warten.

 

Zahlen & Fakten:

Aber zurück zum Turnier und zu einem Thema, das sich letztes Jahr als Renner bei den Lesern erwies, die Statistik:

Die Gesamtzahl der Teilnehmerinnen konnte dieses Jahr um 5 gesteigert werden. Der „dicke Bauch“, der letztes Jahr in der U12w lag, ist weitergerutscht in die U14w. Mal sehen, ob sich diese guten Teilnehmerzahlen dann in den nächsten Jahren auch in den höheren Altersklassen fortsetzen.

Die meisten Teilnehmerinnen nach Vereinen stellen dieses Jahr der SC Garching und der FC Bayern München mit je 6 Spielerinnen. Letzterer hat dabei einen deutlich erkennbaren Schwerpunkt in der U16w. Vier weibliche Mitglieder des FC Bayern München spielen dort und stellen damit 25% der Teilnehmerinnen.

In der Familienkategorie haben die Schwarzfischer- und die Tamrazyan-Schwestern die Nase vor. Jeweils 3 Mädchen mit gleichem Nachnamen spielen dieses Jahr mit.

Hinsichtlich der Schachbezirke stellt München mit 18 Teilnehmerinnen das größte Kontingent, gefolgt vom gastgebenden Bezirk Mittelfranken (15) und Unterfranken (11). Der Aufruf aus 2025, dass Teilnehmerinnen aus Niederbayern gesucht werden, hat dazu geführt, dass sich dieses Jahr zumindest ein Mädchen auf den Weg gemacht hat und nun die Setzliste in der U16w anführt.

 

Nachwuchsarbeit funktioniert:

Das Orgateam hat dieses Jahr tatkräftige Unterstützung bekommen, der 6 Monate alte Patrick (Sohn von Schiedsrichterin Kristin Braun) sorgt für viel Stimmung hinter den Kulissen und ist quasi das Maskottchen des Turniers.

 

Und was gibt es zum Turnier zu sagen?

Um 17:35 Uhr, also knapp 2 Stunden nach „Anpfiff“, war die erste Altersklasse, die U10w beendet. Und wie heißt es so schön, alles ging seinen Schweizer-Systemgang. Alles? Nein, nicht alles! Ausgerechnet an Brett 1 gewann der Underdog Alexandra Movsesyan gegen die Setzlistenerste Valeriia Rudchenko. Dies ist umso überraschender, als Alexandra eigentlich noch der U8w angehört. Dank einer frühen Qualifikation für die DEM U8w über das RKST wagte sie sich in die nächsthöhere Altersklasse und schon im ersten Spiel und mit Schwarz war das Glück auf ihrer Seite, da die Gegnerin im Doppelturmendspiel einen Turm eingestellt hat.

In der U12w gab es einen Underdog-Sieg mit Weiß von Magda Schulz gegen Sarah Ito, die heute eine ungewohnte Vorliebe für sehr viele Damenzüge an den Tag legte. Interessant war auch die Partie Prajna Sai Chitluri gegen Anna-Lena Sandt. Es roch ein bisschen nach einem Überraschungsvorteil für Schwarz, bis der König das fröhliche „vorne-weg-Wandern“ begann und in der Brettmitte erlegt werden konnte.

Die U14w brachte, neben der Abwesenheit der Setzlistenersten, in der ersten Runde die Besonderheit eines Remis an Brett 1. Olha Ratushna konnte ihren DWZ-Vorteil von mehr als 300 Punkten nicht ins Ziel bringen und musste Antonia Luible einen halben Punkt überlassen. Genauso ging es weiteren Favoritinnen, die in der ersten Runde Schwarz hatten. Auch Brett 3 (Huien Ge gegen Sara Vignesh) und Brett 5 (Juliana Madlen Spengler gegen Madhushri Raghavan) gingen remis aus. Vereinsinterne Duelle standen in der ersten Runde auch schon auf dem Plan: Amelie Werner konnten die „Garchinger Runde“ gegen Anika Anaparthi für sich entscheiden.

In der U16w gab es ebenfalls eine Überraschung in der Kombination Favoritin & schwarze Steine: In dieser wechselvollen Partie stand zunächst Schwarz besser, zum Ende hin aber Weiß. Beides konnte nicht zum vollen Punkt verwertet werden, wobei Helena Mauhs mit diesem Remis vermutlich deutlich zufriedener ist. Und weil es so schön war, legte Greta Grunert nach und holte sich ebenfalls ein remis gegen die Setzlistenerste Nataliya Movchan, allerdings war hier das Problem Favoritin & Weiß in Kombination mit dem Nichtfinden von Gewinnwegen im Bauernendspiel.        

Die U18w spielt dieses Jahr mit 8 Spielerinnen ein Rundenturnier. Somit war das Thema deutlicher DWZ-Unterschied nicht überall gegeben. Während die Bretter 1 und 2 an die Favoritinnen gingen, trennten sich Aditi Anaparthi und Alexandra Wachtel remis. Brett 4 spielte am längsten mit dem schlechteren Ende für die Anziehende.

 

Bis morgen!