2026 Mädchenmeisterschaften U10-U18 News

BMEM – Runde 4: Burg in Flammen?

Auch heute begrüßte ein sonniger Morgen die Spielerinnen auf Burg Wernfels. Wer davon nicht geweckt wurde, wurde spätestens um 7:40 Uhr von einem schrillen Feueralarm aus dem Bett geholt. Dem die sofortige Räumung des Hauptgebäudes sowie des Kastellan­Hauses folgte. Deutlich erkennbare müde Schachspielerinnen in Badeschlappen standen leicht frierend im Burghof. Zum Glück war die Ursache in wenigen Minuten gefunden: Intensive Haarspraynutzung in Kombination mit Wasserdampf sorgte bei der Brandmeldeanlage für Verwirrung.

 

Die Erleichterung war groß – und jetzt liegt es an den Spielerinnen, heute in ihren Partien für feurige und spannende Momente zu sorgen:

Um 9:59 Uhr war die erste U10w-Partie beendet – zwei Minuten später als in der gestrigen Morgenrunde, die heute Laura Schwarzfischer ihren ersten Punkt bescherte und Renata Aliyeva leider weiterhin punktlos zurücklässt. Aber es kommen ja noch drei Runden!

Wobei: Ob das Turnier so lange weitergeführt werden kann, steht noch in den Sternen. Die Schiedsrichter denken über eine sofortige Abreise nach. Schon bei der Anreise war eine Kaffeemaschine kaputt, was für großes Gedränge an der verbliebenen Maschine sorgte. Die Reparatur war nur kurzzeitig erfolgreich, und nun sind (oh Schreck!) beide intelligenten Kaffeeproduzenten außer Betrieb. Beim Blick auf das Innenleben, das eher wie ein Borg-Raumschiff aussieht, hat man das Gefühl, es könnte noch ein Weilchen dauern, bis sie wieder funktionieren. Bitte Daumen drücken! Es wäre schade, wenn wir das Turnier wegen Mangels an qualitativ hochwertigen Heißgetränken beenden müssten.

Heute hat übrigens die Burgkatze vorbeigeschaut. Leider liefen noch Partien, und die Spielerinnen sollten nicht gestört werden. So wurde die Katze kurzerhand ins Schiedsrichterkabuff umgeleitet und erfreute dort den Nachwuchsschiedsrichter.

 

U10w:

Spätestens nach 100 Minuten Spielzeit hatten die U10w-Mädels ihren schachlichen Arbeitstag beendet. Alle Partien wurden – wie auch in den Runden zuvor – bis zum Ende ausgekämpft. Ein Remis kommt den U10w-Mädels offenbar weder ins Haus noch auf die Burg.

Die Partie am Spitzenbrett ging an Alica Lachenmaier vom SC Garching, die nun die Tabelle allein und mit beeindruckenden 4/4 Punkten anführt. Sie hatte schon nach der Eröffnung einen erkennbaren Entwicklungsvorsprung und konnte durch eine Kombination Material gewinnen (Dame für zwei Leichtfiguren).

An Brett 6 (Alisa Piatrushko gegen Marina Hristova) gab es ein schönes Partieende zu bestaunen: Die Damen-Turm-Gabel war (möglicherweise aus Versehen) ein Familienschachmatt.

 

Morgen spielt Alica (Lachenmaier) gegen Alicia (Schaper) an Brett 1.

 

U12w:

Am Spitzenbrett trennten sich Sophie Zhong und Isabella Artemenko remis. Prajna Sai Chitluri an Brett 2 konnte dem Königsangriff von Annika Giss mit Weiß nicht standhalten und musste den Punkt abgeben. Somit rückt Platz 1, 2 und 3 bis auf einen halben Punkt zusammen – eine „weiße Weste“ hat keine Spielerin mehr.

Insgesamt war diese Runde kein gutes Terrain für Schwarzspielerinnen: Keine Einzige konnte ihre Partie gewinnen. Neben fünf Weißsiegen gab es drei Remispartien:

Ein besondere Form gab es dabei an Brett 3 (Mariam Tamrazyan gegen Varvara Mandziuk). Lange Zeit sah es nach einem sicheren Sieg für Schwarz aus. Dann traten zwei weiße verbundene Freibauern auf den Plan, die eine Siegchance für Weiß eröffneten. Auch hier konnte der Vorsprung nicht ins Ziel gebracht werden, und Weiß rettete durch ein Patt noch den halben Punkt.

 

U14w:

In der U14w teilten Olha Ratushna und Amelie Werner am Spitzenbrett nach 15 Zügen den Punkt. Brett 2 und 3 folgten, sodass sich an der Spitze nichts ändert – dazu gesellt sich noch ein Remis an Brett 5. Madhushri Raghavan und Akhila Bharathula spielten an Brett 4 die längste Partie dieser Runde, mit dem besseren Ende für die Weißspielerin. Schwarz hatte eine Dame, Weiß zwei Türme – dennoch war es zäh, das ins Ziel zu bringen. Schwarz hatte zwischenzeitlich sogar die Chance auf ein Patt, ließ diese aber verstreichen.

Amelie Werner führt die U14w-Truppe mit 3,5 Punkten weiterhin an. Mit einem halben Punkt weniger folgen Smrithi Suryaprakash, Olha Ratushna sowie Madhushri Raghavan.

 

U16w:

An den Brettern 3 bis 8 siegten jeweils die favorisierten Spielerinnen. An Brett 7 trafen die  etwa gleich starken Franziska Wambach und Paula Grey aufeinander und remisierten.

Brett 1 und 2 machten es spannend und spielten bis in die Mittagszeit hinein. In den Partien Julia Schwarzfischer gegen Mariia Averkova sowie Barbara Wachtel gegen Nataliya Movchan hatten jeweils die Schwarzspielerinnen das bessere Ende für sich. Im Prinzip verliefen die Partien ähnlich: Mariia konnte bereits in der Eröffnung eine Qualität gewinnen, Nataliya wurde im Mittelspiel eine Figur geschenkt – und beide gaben ihren Vorsprung bis zum Ende nicht mehr ab.

Die gestern schon leicht „langweilig“ wirkende U16w hat nun fünf Spielerinnen mit drei Punkten, die innerhalb eines Buchholzpunktes liegen. Hier ist definitiv Feuer unter dem Dach.

 

U18w:

In der U18w konnte Alexandra Wachtel mit Schwarz der Setzlistenersten Elisabeth Reich einen halben Punkt abnehmen. Elisabeth stand dabei lange besser, konnte den Vorteil aber nicht entscheidend verwerten. Am Ende wurde so viel abgetauscht, dass das Remis die logische Folge war.

Lin Englert gewann gegen Aditi Anaparthi und hat nun mit 3,5 Punkten die Tabellenspitze inne – vor den punktgleichen Elisabeth Reich und Barbara Wachtel (jeweils 3 Punkte).

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Auch wenn es erst knapp über der Halbzeit ist, eröffnen wir mit dem heutigen Tag die Kategorie „Dankeschön“. Frei nach dem Motto: lieber früh begonnen, als am Ende jemanden zu vergessen.

Der Schachbezirk Oberpfalz spendet dieses Jahr die Urkunden für die Siegerehrung. Robin Lindner aus Kelheim übernimmt das Design, für den Druck sorgt Familie Schwarzfischer aus Roding. 1000 x Danke!

 

Karlheinz Grießbach aus Wolfratshausen drechselte auch dieses Jahr wieder unentgeltlich die wunderschönen handgefertigten Holzpokale – etwas ganz Besonderes, das so bei keinem anderen Turnier erhältlich ist.

 

Für alle Daheimgebliebenen und als Werbemaßnahme für zukünftige Spielerinnengenerationen haben wir noch ein paar Burgimpressionen zusammengestellt:

 

 

Da heute der freie Nachmittag mit Sport und Spiel sowie der Verteilung der „invaliden Figuren“ ansteht, war es das für heute. Schaut gerne morgen wieder rein.